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VIP-CERT-006

Zertifizierungs- und Konformitätsrahmen


1. Zweck

Dieses Dokument definiert das Zertifizierungs- und Konformitätsmodell, das für Implementierungen des VeriSeal Integrity Protocol (VIP) gilt.

Es legt fest:

  • Konformitätsstufen
  • Zertifizierungsstufen
  • Prüfungsanforderungen
  • Governance-Prinzipien
  • Bedingungen für die Nutzung des Labels

Dieser Rahmen gewährleistet, dass der VeriSeal-Standard als global interoperable und institutionell glaubwürdige Integritätsinfrastruktur fungieren kann.


2. Anwendungsbereich

VIP-CERT-006 gilt für:

  • Softwareimplementierungen von VIP-STD-001 bis VIP-STD-004
  • Infrastrukturimplementierungen
  • Unternehmensintegrationen
  • API-basierte Nachweisdienste
  • Eingebettete Systeme, die die VeriSeal-Integritätsschicht verwenden

Es definiert keine Anforderungen an die rechtliche Zulässigkeit.
Es definiert nur strukturelle und kryptografische Konformität.


3. Konformitätsstufen

3.1 Stufe 1 — Kernkonformität

Anforderungen:

  • Vollständige Implementierung von VIP-STD-001 (Deterministisches Integritätsmodell)
  • SHA-256 (oder stärkeres) Hashing
  • Kanonische Nachweisstruktur
  • Deterministisches Verifizierungsverfahren
  • Kein veränderbarer Zustand nach der Versiegelung

Keine externe Verankerung erforderlich.


3.2 Stufe 2 — Ledger-Konformität

Umfasst Stufe 1 plus:

  • Nur-Anfüge-Ledger-Struktur (VIP-STD-002)
  • Deterministisches Eintragshashing
  • Unveränderlicher historischer Datensatz
  • Integrität der Eintragsreihenfolge

3.3 Stufe 3 — Verankerte Integrität

Umfasst Stufe 2 plus:

  • Externe Zeitstempelverankerung (VIP-STD-004)
  • Öffentliche Überprüfbarkeit der Verankerung
  • Unabhängiger Verifizierungspfad

3.4 Stufe 4 — Institutionelle Qualität

Umfasst Stufe 3 plus:

  • Betriebssicherheitskontrollen
  • Richtlinie für Schlüsselverwaltung
  • Backup- und Redundanzarchitektur
  • Dokumentiertes Verifizierungsverfahren
  • Bedrohungsmodellkonformität (VIP-THREAT-001)

Diese Stufe ist für die institutionelle Zertifizierung erforderlich.


4. Zertifizierungsstufen

Zertifizierungsstufen repräsentieren verifizierte Konformität mit den Konformitätsstufen.

Stufe A — Verifizierte Kernkonformität

  • Konformitätsstufe 1
  • Selbstdeklarierte Konformität
  • Verifizierungsverfahren veröffentlicht

Stufe B — Geprüfte Konformität

  • Konformitätsstufe 2 oder 3
  • Unabhängige technische Prüfung
  • Reproduzierbarkeitstest

Stufe C — Institutionelle Zertifizierung

  • Konformitätsstufe 4
  • Unabhängige Drittprüfung
  • Bewertung der Sicherheitskontrollen
  • Überprüfung der Governance-Dokumentation

5. Zertifizierungsprozess

5.1 Antragstellung

Der Implementierer reicht ein:

  • Technische Dokumentation
  • Implementierungsdetails
  • Verifizierungsverfahren
  • Nachweis der Hash-Reproduzierbarkeit

5.2 Technische Bewertung

Die Bewertung umfasst:

  • Deterministischer Verifikationstest
  • Integritätsvalidierung
  • Validierung der Unveränderlichkeit des Ledgers
  • Validierung der Zeitstempelverankerung (falls zutreffend)

5.3 Prüfung

Für Stufe B und C:

  • Unabhängige Prüfung erforderlich
  • Prüfung muss Reproduzierbarkeit verifizieren
  • Prüfungsbericht muss archiviert werden

5.4 Zertifizierungsausstellung

Nach der Validierung:

  • Zertifizierungs-ID zugewiesen
  • Konformitätsstufe erfasst
  • Öffentliches Zertifizierungsregister aktualisiert

6. Gültigkeit der Zertifizierung

Gültigkeitsdauer der Zertifizierung:

  • Stufe A: 12 Monate
  • Stufe B: 24 Monate
  • Stufe C: 36 Monate

Erneuerung erfordert aktualisierte Konformitätsprüfung.


7. Label-Nutzung

Zertifizierte Implementierungen dürfen anzeigen:

  • "VIP Core Conformant"
  • "VIP Audited Conformance"
  • "VIP Institutional Grade"

Missbrauch von Labels macht die Zertifizierung ungültig.


8. Öffentliches Register

Das VeriSeal-Zertifizierungsregister soll umfassen:

  • Zertifizierungs-ID
  • Stufe
  • Konformitätsstufe
  • Prüfungsdatum
  • Ablaufdatum
  • Zertifizierungsstelle

Das Register muss öffentlich überprüfbar sein.


9. Unabhängigkeitsprinzip

Die Zertifizierungsstelle muss strukturell unabhängig sein von:

  • Implementierungsanbietern
  • Hosting-Anbietern
  • Verankerungsanbietern

Dies verhindert Interessenkonflikte und bewahrt die Glaubwürdigkeit.


10. Interoperabilitätsprinzip

Die Zertifizierung darf nicht einschränken:

  • Offene Implementierung
  • Alternative Infrastruktur
  • Grenzüberschreitende Implementierung

Der Standard bleibt implementierungsneutral.


11. Beziehung zu anderen Dokumenten

VIP-CERT-006 basiert auf:

  • VIP-STD-001
  • VIP-STD-002
  • VIP-STD-003
  • VIP-STD-004
  • VIP-STF-005
  • VIP-THREAT-001

12. Strategisches Ziel

Der Zweck dieses Zertifizierungsrahmens ist es:

  • Strukturierte globale Einführung zu ermöglichen
  • Institutionelles Vertrauen zu bieten
  • Proprietäre Abhängigkeit zu vermeiden
  • Internationale Standardisierungswege zu unterstützen

VIP-CERT-006 ermöglicht den Übergang von VeriSeal von einem kommerziellen Motor zu einem international anerkannten Integritätsstandard.